Abfindung bei Kündigung

Arbeitsrecht

Die Kündigung liegt auf dem Tisch, jetzt geht es an das Thema Abfindung. Aber was genau ist eine Abfindung eigentlich und wer bekommt sie? Die Abfindung bezeichnet eine einmalige, außerordentliche finanzielle Entschädigung, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer für den Verlust seines Arbeitsplatzes leistet.

Ab wann Anspruch auf eine Abfindung besteht, wie hoch sie ausfallen kann, wie eine Abfindung versteuert wird und weitere wichtige Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze

Abfindung, wie hoch fällt sie aus?

Nach der gesetzlichen Abfindungsvorschrift des § 1a KSchG beträgt die Abfindungshöhe einen halben Monatsverdienst für jedes Jahr des Bestehens des Arbeitsverhältnisses. Die Höhe der Abfindung ist aber oftmals Verhandlungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und wird daher nur in wenigen Fällen gesetzlich bestimmt.

Abfindung ab wann?

Grundsätzlich besteht kein gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung. Bei betriebsbedingter Kündigung besteht die Wahl zwischen einer Abfindung oder einer Kündigungsschutzklage. Wird eine unwirksame Kündigung ausgesprochen, dann kann die Abfindung gerichtlich erwirkt werden. Das betrifft z. B. Fälle, in denen die Kündigung gegen das Kündigungsschutzgesetz verstößt. Dabei ist es wichtig, innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung gegen diese zu klagen. In den meisten Fällen kann eine Abfindung aber durch eine außergerichtliche Einigung oder Vergleiche geregelt werden.

Wie wird eine Abfindung versteuert?

Die Abfindung unterliegt der vollen Besteuerung in Form der erhobenen Lohnsteuer. Sie zählt zu den Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit. Über die sogenannte Fünftelregelung kann der zu zahlende Steuerbetrag gemindert werden. Dabei wird die Steuer so berechnet, als würde die Abfindungssumme verteilt auf fünf Jahre gezahlt werden, die Steuer aber sofort fällig sein.

Frau verlässt Arbeitsplatz

Anspruch auf Abfindung

Wird der Arbeitnehmer gekündigt, kann er in den meisten Fällen mit einer Abfindung rechnen. Es gibt allerdings keinen gesetzlichen Anspruch darauf. Ob und wann eine Abfindung gezahlt wird ist dementsprechend von einer Abfindungsvereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber abhängig und kann ggfs. gerichtlich unterstützt werden.

Chef gibt Mitarbeiter Abfindung

Höhe der Abfindung

Wie hoch die Abfindung ausfällt ist oft Verhandlungssache und wird dabei von einigen Faktoren beeinflusst. Berücksichtigt werden dabei unter anderem die Betriebszugehörigkeit oder das Alter des Arbeitnehmers. Gut zu wissen: Die Abfindung kann in manchen Fällen Einfluss auf den Anspruch auf Arbeitslosengeld I oder Hartz IV haben.

Geld, Lupe und Taschenrechner

Abfindung versteuern

Die Abfindung gilt als Einkunft aus nicht selbstständiger Arbeit und wird in die Lohnsteuer integriert. Dabei bietet die Fünftelregelung eine gute Möglichkeit die zu zahlenden Steuern zu minimieren. Erfahren Sie hier mehr über dieses Vorgehen.

Arbeitslosengeld I

Abfindung und Arbeitslosengeld

Generell ist die Abfindung für die Berechnung des Arbeitslosengeldes nicht zu berücksichtigen, es erfolgt keine Anrechnung. Allerdings ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn Arbeitnehmer ohne Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist des Arbeitgebers frühzeitig aus dem Betrieb ausscheiden und eine Abfindung erhalten.