Höhe der Abfindung

Die Höhe der Abfindung ist oftmals Verhandlungssache und wird nur in wenigen Fällen gesetzlich bestimmt. Das zu erwartende Verhandlungsergebnis hängt hierbei durch mehrere Faktoren beeinflusst.

Regelabfindung

Nach der gesetzlichen Abfindungsvorschrift des § 1a KSchG beträgt die Abfindungshöhe einen halben Monatsverdienst für jedes Jahr des Bestehens des Arbeitsverhältnisses. Damit hat die Bestimmung die weithin übliche Regelabfindung aufgenommen, die auch jenseits des Anwendungsbereiches von § 1a KSchG als Richtschnur für die Abfindungsbemessung gilt. Bis auf die nicht sehr praxisrelevanten Fälle des § 1a KSchG ist dieser Wert indessen völlig unverbindlich, und Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind gänzlich frei darin, eine Abfindung zu vereinbaren, die sie für angemessen halten.

Ist das Ergebnis von Abfindungsverhandlungen dementsprechend einerseits durch Geschick und Umsicht zu verbessern, so liegen andererseits doch jedem Einigungsgespräch einige bestimmende Faktoren zugrunde.

Erfolgsaussichten des Rechtsschutzes

Nicht nur für die Antwort auf die Frage, ob der Arbeitnehmer überhaupt eine Entschädigung erhält, sondern auch ihre konkrete Höhe wird entscheidend davon abhängen, wie die Aussicht einzuschätzen ist, dass der Arbeitnehmer sich mit Erfolg gegen die Kündigung (Kündigungsschutzklage) wehren kann. Je begründeter die Zweifel an der Wirksamkeit der Kündigung, und je stärker demzufolge die Verhandlungsposition des Arbeitnehmers, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er eine über die Regelabfindung hinausgehende Kompensationszahlung erzielen kann.

Weitere Einflussgrößen für die Höhe der Abfindung

Darüber hinaus kann bei frei verhandelbaren Abfindungsübereinkünften weiteren Umständen Gewicht zukommen. So wird regelmäßig von Bedeutung sein, wie lange der Arbeitnehmer in dem Betrieb oder Unternehmen beschäftigt war. Auch die Zufriedenheit des Arbeitgebers mit der gezeigten Arbeitsleistung kann sich auf die Höhe der Abfindung auswirken.

Schließlich können auch bestimmte soziale Gesichtspunkte Eingang in die Unterredung finden, die zum Beispiel das Alter des Arbeitnehmers sowie seine Aussicht betreffen, eine neue Beschäftigung zu finden. In der Praxis orientieren sich die Parteien vielfach an den persönlichen und sozialen Parametern, die das Arbeitsgericht seiner Entscheidung nach §§ 9, 10 KSchG zugrunde legt.

Branchenabhängigkeit

Im Übrigen kann die Abfindungshöhe auch von branchentypischen Besonderheiten und der wirtschaftlichen Leistungskraft des Arbeitgebers abhängen. So werden in prosperierenden Großunternehmen im Regelfall höhere Abfindungen gezahlt, als dies in einigen bestimmten Wirtschaftszweigen der Fall ist, die in besonderem Maße von konjunkturellen Entwicklungen betroffen sind. Dies gilt beispielsweise für die Baubranche, die ihren Beschäftigten bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses als Abfindung häufig nur ein viertel Monatsverdienst pro Beschäftigungsjahr anbietet.

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