Arbeitslosengeld – ALG I

Das sogenannte Arbeitslosengeld I (ALG I) – vor dem vierten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (umgangssprachlich Hartz IV) einfach nur als Arbeitslosengeld bezeichnet – stellt einen aus dem Sozialversicherungsrecht abgeleiteten Anspruch auf staatliche Leistungen dar. Anders als das Arbeitslosengeld II ist es damit keine Sozialleistung, sondern eine Versicherungsleistung aus der Arbeitslosenversicherung.

Um den Anspruch auf das ALG I geltend machen zu können, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt werden. An erster Stelle steht dabei die Anwartschaftszeit: Der Antragsteller muss innerhalb einer zweijährigen Rahmenfrist mindestens 360 Tage einer beitragspflichtigen Beschäftigung nachgegangen sein. Zudem gilt eine Altersgrenze von 65 Jahren und muss die Agentur für Arbeit rechtzeitig informiert werden. Sprich, der Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin ist verpflichtet, sich arbeitslos zu melden.

Sind diese Bedingungen erfüllt, wird das Arbeitslosengeld I für einen befristeten Zeitraum gezahlt. Er richtet sich danach, wie lange jemand vorher beschäftigt war. Bei zwölf Monaten wird das ALG I für sechs Monate gewährt, bei 24 Monaten sind es zwölf Monate. Ältere Arbeitnehmer, ab 55 Jahren, erhalten bis zu 18 Monate ALG I, wenn sie zuvor mindestens 36 Monate versicherungspflichtig beschäftigt waren. Die Höhe des ALG I wird anhand des Durchschnitts des letzten Arbeitsentgelts berechnet. Abzüglich Sozialversicherung, Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag ergibt sich das Leistungsentgelt, von dem 60 Prozent bzw. 67 Prozent, wenn Kinder im Haushalt leben, ausgezahlt werden.