Anspruch Arbeitslosengeld

Um Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben, müssen aufseiten des Antragstellers die notwendigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sein.

Das Wichtigste in Kürze

Wann habe ich Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, wer arbeitslos ist, die erforderliche Anwartschaftszeit erfüllt (also mindestens 12 Monate beschäftigt war) und sich persönlich arbeitslos gemeldet hat.

Hat man nach 6 Monaten Arbeit Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Grundsätzlich besteht der volle Anspruch auf ALG 1 nach 12 Monaten sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Liegen nur 6 Monate vor ist die sogenannte „Kurze Anwartschaftszeit“ erfüllt – es kann ALG 1 bezogen werden, allerdings deutlich stärker zeitlich begrenzt.

Anspruchsvoraussetzungen

Die Anspruchsvoraussetzungen des Arbeitslosengeldes bei Arbeitslosigkeit sind in § 137 SGB III geregelt.

Die folgenden Anspruchsvoraussetzungen müssen gegeben sein:

  1. Der Antragsteller muss arbeitslos sein und
  2. die zum Bezug von Arbeitslosengeld I erforderlichen Anwartschaftszeiten erfüllt und
  3. sich persönlich arbeitslos gemeldet haben.

Die erforderlichen Anwartschaftszeiten finden Sie detailliert erklärt unter Anwartschaftszeit für den Bezug von Arbeitslosengeld.

Erlöschen des Arbeitslosengeld-Anspruchs

Grundsätzlich erlischt der Arbeitslosengeldanspruch vier Jahre nach der Entstehung oder wenn aufseiten des Anspruchsberechtigten ein neuer Arbeitslosengeld-Anspruch entstanden ist.

Erreichen des Rentenalters

Es besteht ab dem Monat kein Anspruch auf Arbeitslosengeld, der auf den Monat folgt, in dem der Antragsteller das für die Regelaltersrente nach dem SGB VI erforderliche Lebensjahr vollendet hat.

Die Regelaltersgrenze wird frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahrs erreicht.

Mehrere Sperrzeiten

Zum Erlöschen des Arbeitslosengeld-Anspruchs kann zudem die Summe einzelner Sperrzeiten führen.

Der Anspruch erlischt, wenn der Leistungsbezieher Sperrzeiten mit einer Gesamtdauer von mindestens 21 Wochen verursacht hat (§ 161 Abs. 2 Nr. 2 SGB III).

Weitere Informationen zur Sperre unter Sperrzeit beim Arbeitslosengeld.

Sonderregelung bei Teilarbeitslosengeld

Wird Teilarbeitslosengeld bezogen, gelten einige Sonderregeln zum Erlöschen des Anspruchs. Der Anspruch auf Teilarbeitslosengeld erlischt, wenn:

  • die Anspruchsvoraussetzungen wegfallen,
  • ein Jahr Teilarbeitslosengeld bezogen wurde,
  • alle Voraussetzungen für „klassisches“ Arbeitslosengeld erfüllt sind
  • oder eine selbstständige Tätigkeit ausgeübt oder als mithelfender Familienangehöriger gearbeitet wird für mehr als zwei Wochen oder mehr als fünf Stunden die Woche.

Alle Informationen dazu unter Teilarbeitslosengeld.

Kein oder nur geringer Anspruch auf Arbeitslosengeld

Grundsätzlich muss die Anwartschaftszeit von 12 Monaten sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung erfüllt sein, damit Arbeitslosengeld bezogen werden kann.

Kurze Anwartschaftszeit – kurze Bezugsdauer

Es besteht auch bei nur teilweiser Erfüllung dieser Anwartschaftszeit die Möglichkeit, ALG 1 zu bekommen. Dabei handelt es sich um die „Kurze Anwartschaftszeit“, die erfüllt ist, sobald für mindestens 6 Monate ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis bestand.

Wie im regulären Arbeitslosengeld-Bezug auch ist die Anspruchsdauer nach der Beschäftigungsdauer gestaffelt. Ist nur die kurze Anwartschaftszeit erfüllt, kann maximal für 5 Monate Arbeitslosengeld bezogen werden.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer war arbeitssuchend, hat eine Anstellung gefunden und wurde nach 7 Monaten wieder gekündigt. Die Regelanwartschaftszeit von 12 Monaten versicherungspflichtiger Beschäftigung ist nicht erfüllt, daher gilt die kurze Anwartschaftszeit: Für 7 Monate Beschäftigung stehen ihm 3 Monate Arbeitslosengeld zu.

Wie lange Arbeitslosengeld gestaffelt nach Beschäftigungsdauer bezogen wird erfahren Sie übersichtlich dargestellt unter Arbeitslosengeld – Dauer des Anspruchs.

Bezugsdauer überschritten

Sofern kein Anspruch auf Arbeitslosengeld mehr besteht, kommen Ansprüche auf nachgelagerte Sozialleistungen in Betracht.

Gleiches kann auch der Fall sein, wenn das Arbeitslosengeld nicht den eigenen Bedarf bzw. den Bedarf der Familie decken kann.

In diesem Fall ist zu prüfen, ob ersatzweise oder ergänzend Anspruch auf Wohngeld, Kinderzuschlag oder Arbeitslosengeld II besteht.

Sonderformen des Arbeitslosengeldes

Die üblicherweise unter dem Begriff „Arbeitslosengeld“ bekannte Leistung heißt offiziell „Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit“.

Daneben kennt das Sozialgesetzbuch III auch das „Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung“ nach § 144 SGB III und das Teilarbeitslosengeld nach § 162 SGB III.

Sofern kein Anspruch auf Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit besteht, kommen unter Umständen Ansprüche aus den genannten Sonderformen in Betracht.

Lesen Sie mehr zum Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung.

Wie Sie Arbeitslosengeld richtig beantragen erfahren Sie unter Arbeitslosmeldung und Antrag.

Zuletzt aktualisiert: 13.09.2021