Arbeitslosengeld – Dauer des Anspruchs

Die Anspruchsdauer für Arbeitslosengeld ist der Zeitraum, für den dem Antragsteller längstens Leistungen des Arbeitslosengeldes zustehen. Wir erklären nachfolgend, wie diese Dauer bestimmt wird und welche Faktoren sie beeinflussen.

Das Wichtigste in Kürze

Wie lange bekommt man ALG 1?

Grundsätzlich beträgt die Anspruchsdauer für Arbeitslosengeld 1 bis zu 12 Monate. Dies ist abhängig von der vorangegangenen Beschäftigungszeit und dem Alter des Antragstellers. Ab 50. erhöht sich der Anspruch.

Wie lange bekommt man Arbeitslosengeld 1 ab 50?

Ab dem vollendeten 50. Lebensjahr steigt der Anspruch auf ALG 1 auf 15 Monate und kann bei höherem Alter bis zu 24 Monate betragen. Voraussetzung dafür ist die Dauer der vorangegangenen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungszeit.

Wie lange bekommt man ALG 1 bei kurzer Anwartschaftszeit?

War der Antragsteller zuvor mindestens 6 Monate versicherungspflichtig beschäftigt beträgt die Anspruchsdauer 3 Monate. Sie erhöht sich auf 4 Monate bei 8 Monaten Beschäftigung und 5 Monate bei 10 Monaten Beschäftigung.

Arbeitslosengeld 1: Dauer des Anspruchs

Die Anspruchsdauer für den Bezug von ALG 1 bestimmt sich im Wesentlichen nach der Dauer der vorangegangenen Versicherungspflichtverhältnisse und dem Alter des Antragstellers. Sie liegt bei Erfüllung der Regelanwartschaftszeit grundsätzlich zwischen sechs und zwölf Monaten, kann aber für Antragsteller, die das 50. Lebensjahr vollendet haben abweichend hiervon bis zu 24 Monate betragen.

Für die Ermittlung der Dauer der Versicherungspflichtverhältnisse, die wie beschrieben Grundlage für die Bestimmung der Anspruchsdauer sind, ist die Rahmenfrist erweitert um einen Zeitraum von drei Jahren maßgeblich. Es finden demnach die Versicherungspflichtverhältnisse der letzten fünf Jahre vor dem Tag des Vorliegens aller Anspruchsvoraussetzungen zum Bezug von Arbeitslosengeld bei der Ermittlung der Anspruchsdauer Beachtung.

Abweichend hiervon sind, sofern der Antragsteller lediglich die sogenannte „Kurze Anwartschaftszeit“ erfüllt, die Versicherungspflichtverhältnisse der letzten zwei Jahre maßgeblich.

Anspruchsdauer des Arbeitslosengeldes bei Erfüllung der Regelanwartschaftszeit

Mindestdauer der VersicherungspflichtverhältnisseLebensjahr vollendetAnspruchsdauer in MonatenAnspruchsdauer in Kalendertagen
12 Monate (360 Tage)6 Monate180 Tage
16 Monate (480 Tage)8 Monate240 Tage
20 Monate (600 Tage)10 Monate300 Tage
24 Monate (720 Tage)12 Monate360 Tage
30 Monate (900 Tage)50.15 Monate450 Tage
36 Monate (1080 Tage)55.18 Monate540 Tage
48 Monate (1440 Tage)58.24 Monate720 Tage

Anspruchsdauer des Arbeitslosengeldes bei Erfüllung der „Kurzen Anwartschaftszeit“

Mindestdauer der VersicherungspflichtverhältnisseAnspruchsdauer in MonatenAnspruchsdauer in Kalendertagen
6 Monate3 Monate90 Tage
8 Monate4 Monate120 Tage
10 Monate5 Monate150 Tage

Vorzeitige Beendigung des tatsächlichen ALG 1-Bezugs

Von der dem Leistungsbezieher zustehenden Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld 1 zu unterscheiden ist die tatsächliche Bezugsdauer. Diese kann die Anspruchsdauer nicht überschreiten und endet selbstverständlich dann, wenn aufseiten des Beziehers die notwendigen Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht mehr vorliegen, bspw. weil er eine neue Beschäftigung findet.

Beispiel: Ein 35-jähriger bezieht Arbeitslosengeld 1 und war zuvor mehr als 24 Monate versicherungspflichtig beschäftigt. Ihm steht für 12 Monate Arbeitslosengeld zu. Nach 4 Monaten Bezug findet er eine neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Mit Beginn dieser Tätigkeit endet der Anspruch auf Arbeitslosengeld vorzeitig.

Ein weiterer Grund für ein Ende der Bezugsdauer vor dem Ablauf der Anspruchsdauer kann das Erreichen der Altersgrenze sein. Ab dem Monat, der auf die Vollendung des für die Regelaltersrente (SGB VI) erforderlichen Lebensjahres (zurzeit das 65. Lebensjahr) folgt, erlischt der Anspruch auf Arbeitslosengeld. Ab diesem Zeitpunkt hat der Leistungsempfänger gegebenenfalls Anspruch auf gesetzliche Rentenzahlungen. Für den Fall, dass diese nicht in ausreichender Höhe vorliegen, besteht unter Beachtung der geltenden Vermögens- und Einkommensgrenzen möglicherweise Anspruch auf Grundsicherung im Alter nach dem SGB XII.

Nach Ablauf der Anspruchsdauer

Ist die Zeit abgelaufen, in der Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 bestand und der Leistungsbezieher konnte keine neue sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufnehmen, so sollte er bei der Agentur für Arbeit prüfen lassen, ob er für den Bezug von Arbeitslosengeld II berechtigt ist. Dies ist unter anderem abhängig vom eigenen Vermögen und dem Einkommen des Partners im gemeinsamen Haushalt. Besteht kein Anspruch auf ALG II folgt die Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug.

Zuletzt aktualisiert: 16.04.2021