Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung

Die Zeit der Arbeitslosigkeit kann mit Weiterbildungen sinnvoll genutzt werden. Besteht zuvor bereits Anspruch auf Arbeitslosengeld, dann ist für diese Zeit der Bezug von Arbeitslosengeld weiterhin gesichert.

Der Anspruch auf Arbeitslosengeld während der Weiterbildung verringert sich übrigens in geringerem Maße, als bei normalen Bezug von Arbeitslosengeld ohne Weiterbildung – ein Vorteil! Wir erklären nachfolgend genauer, womit Leistungsbezieher während einer Weiterbildung rechnen müssen.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

Was zahlt das Arbeitsamt bei Weiterbildung?

Ist die Weiterbildung während des Bezugs von Arbeitslosengeld von der Arbeitsagentur genehmigt wird weiter Arbeitslosengeld gezahlt und dazu werden per Bildungsgutschein Lehrgangskosten, Fahrtkosten, Kinderbetreuungskosten etc. übernommen.

Welche Auswirkungen hat die Weiterbildung auf die Zahlung des Arbeitslosengeldes?

Der generelle Anspruch auf Arbeitslosengeld schrumpft durch den Bezug des Arbeitslosengeldes bei beruflicher Weiterbildung nur in geringem Maße. So wird pro Bezugstag der Anspruch um einen Tag gemindert, der Anspruch sinkt aber ab einer Reduzierung auf 30 Tage nicht weiter, auch wenn die Weiterbildung andauert.

Wie lange wird ALG 1 während einer Umschulung bezahlt?

Ist die Umschulung in Art und Umfang von der Agentur für Arbeit genehmigt wird Arbeitslosengeld 1 so lange gezahlt, wie die Maßnahme dauert. Der Anspruch auf ALG 1 reduziert sich während der Maßnahme maximal auf 30 Tage, sodass nach der Maßnahme noch 30 Tage Arbeitslosengeld bezogen werden können.

Anspruch auf ALG 1 bei Weiterbildung

Wird während des Bezugs von Arbeitslosengeld eine Weiterbildung gemacht, hat das keinen Einfluss auf die Zahlung von Arbeitslosengeld für diesen Zeitraum. Es besteht für diese Zeit zwar kein Anspruch auf „Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit“, aber auf eine andere Art des ALG.

Stattdessen wird in der Zeit einer Weiterbildung während Arbeitslosigkeit „Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung“ gezahlt. Es entspricht hinsichtlich der Höhe der Leistungen und den sonstigen Voraussetzungen dem „klassischen“ Arbeitslosengeld.

Voraussetzungen für den Anspruch auf ALG 1

Um während der Weiterbildung weiterhin Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 zu haben müssen ein paar Bedingungen zwingend erfüllt sein:

  • Die Maßnahme muss mit der Agentur für Arbeit abgestimmt sein, im besten Fall hat vor der Beantragung eine Beratung dazu stattgefunden.
  • Die Weiterbildung muss eine sinnvolle Maßnahme zur Beendigung der bestehenden Arbeitslosigkeit darstellen.
  • Die angebotene Maßnahme sowie die Träger dieser Maßnahme müssen zugelassen sein.

Förderung der Weiterbildung durch die Arbeitsagentur

Entspricht die Maßnahme allen Voraussetzungen, ist sie also mit der Arbeitsagentur abgestimmt und dient zur Wiedereingliederung des Arbeitslosen wird die Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein ausstellen.

Der Bildungsgutschein enthält unter anderem den Umfang der Kostenübernahme (z. B. Lehrgangskosten, Fahrtkosten, Kinderbetreuungskosten) sowie Ziel und Dauer der konkreten Bildungsmaßnahme.

Weiterführende Informationen zu Voraussetzungen, Funktionsweise und allen Inhalten des Bildungsgutscheins erhalten Sie unter Bildungsgutschein.

Versicherung während der Weiterbildung

Während des Bezugs von Arbeitslosengeld kümmert sich die Agentur für Arbeit um die Versicherungsbeiträge. Sie übernimmt grundsätzlich die Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung sowie der Unfallversicherung.

Die Übernahme der Versicherungsbeiträge bleibt auch während einer genehmigten Weiterbildungsmaßnahme so bestehen, allerdings greift im Falle eines Unfalls im Rahmen der Weiterbildung die Unfallversicherung des Maßnahmenträgers.

Auswirkungen der Weiterbildung auf die Anspruchsdauer

Beim Bezug von Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung wird die Anspruchsdauer in geringerem Maße gemindert, als beim Bezug des klassischen Arbeitslosengeldes bei Arbeitslosigkeit. Der „Verbrauch“ wird sozusagen verlangsamt:

  • Ein Bezugstag „Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung“ führt zur Minderung der Anspruchsdauer um einen halben Tag (§148 SGB III).
  • Zwei Bezugstage „Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung“ mindern die Anspruchsdauer entsprechend nur um einen Tag.
  • Wenn während des Bezugs von „Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung“ die verbleibende Anspruchsdauer auf 30 Tage sinkt, erfolgt keine weitere Minderung.
  • Keine Minderung erfolgt auch, wenn zu Beginn des Bezugs von „Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung“ eine Restanspruchsdauer von 30 Tagen oder weniger besteht.

Kurz gesagt: Die Zahlung von Arbeitslosengeld erfolgt über die gesamte Dauer der Weiterbildungsmaßnahme. Nach Abschluss dieser verbleibt mindestens ein Arbeitslosengeld-Anspruch mit einer Dauer von 30 Tagen. Dies gilt auch, wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld während der Maßnahme ausläuft und eigentlich nicht mehr besteht.

Allgemeine Informationen zur Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld erhalten Sie in unserem Artikel Arbeitslosengeld – Dauer des Anspruchs.

Übrigens: Auch während Kurzarbeit sind Weiterbildungen erlaubt und werden von der Bundesagentur für Arbeit unter bestimmten Voraussetzungen gefördert! Alle Infos zu Weiterbildungen, Fortbildungen und Umschulungen bei Kurzarbeit finden Sie unter Weiterbildung bei Kurzarbeit.

Zuletzt aktualisiert: 27.04.2021