Teilarbeitslosengeld

Wer eine von mehreren ausgeübten versicherungspflichtigen Beschäftigungen verliert, hat – sofern bezüglich der verlorenen Beschäftigung die entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen vorliegen – Anspruch auf Teilarbeitslosengeld. Die gesetzlichen Regelungen zum Teilarbeitslosengeld finden sich in § 162 SGB III.

Das Wichtigste in Kürze

Was ist Teilarbeitslosigkeit?

Teilarbeitslosigkeit besteht bei Verlust einer von mehreren versicherungspflichtigen Tätigkeiten eines Arbeitnehmers. In diesem Fall kann er unter Umständen Teilarbeitslosengeld beantragen.

Wer bekommt Teilarbeitslosengeld?

Um Anspruch auf Teilarbeitslosengeld zu haben, müssen Antragssteller die folgenden Voraussetzungen erfüllen: Verlust einer von mehreren sozialversicherungspflichtigen Tätigkeiten, Meldung der Teilarbeitslosigkeit bei der Agentur für Arbeit und Erfüllung der Anwartschaftszeit (in den letzten 2 Jahren mind. 12 Monate Ausübung mehrerer versicherungspflichtiger Beschäftigungen).

Teilarbeitslosengeld: wie lange?

Erfüllt der Antragssteller die notwendigen Voraussetzungen, beträgt die Anspruchsdauer für Teilarbeitslosengeld 6 Monate.

Anspruchsvoraussetzungen zum Bezug von Teilarbeitslosengeld

Analog zum klassischen Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit bestehen auch beim Teilarbeitslosengeld die drei Anspruchsvoraussetzungen:

  • (Teil-)Arbeitslosigkeit des Antragstellers
  • Persönliche Meldung der Arbeitslosigkeit
  • Erfüllung der Regelanwartschaftszeit

(Teil-)Arbeitslosigkeit

Teilarbeitslos ist, wer eine von mehreren ausgeübten versicherungspflichtigen Beschäftigungen verliert und darüber hinaus eine versicherungspflichtige Beschäftigung sucht (§ 162 Abs. 2 Nr. 1 SGB III).

Ansonsten gelten die Ausführungen zur Arbeitslosigkeit als Anspruchsvoraussetzung entsprechend.

Wann genau gilt man denn eigentlich als arbeitslos? Mehr dazu unter Arbeitslosigkeit als Anspruchsvoraussetzung beim ALG.

(Teil-)Arbeitslosmeldung

Ebenso muss der für einen Anspruch auf Teilarbeitslosengeld eine Meldung über die Teilarbeitslosigkeit erfolgen.

Auch hier gelten die allgemeinen Regelungen zur Arbeitslosmeldung – besonders wichtig: Die rechtzeitige persönliche Meldung bei der Agentur für Arbeit.

Wie Sie die Teilarbeitslosigkeit korrekt anmelden erfahren Sie unter Arbeitslosmeldung und Antrag.

Anwartschaftszeit beim Teilarbeitslosengeld

Die Anwartschaftszeit beim Teilarbeitslosengeld erfüllt, wer in der Rahmenfrist zum Teilarbeitslosengeld (zwei Jahre) mindestens für die Dauer von zwölf Monaten eine weitere versicherungspflichtige Beschäftigung neben der noch immer Bestehenden ausgeübt hat.

Allgemeine Informationen zu den regulären und kurzen Anwartschaftszeiten.

Dauer und Höhe des Anspruchs

Die Anspruchsdauer beim Teilarbeitslosengeld beträgt bei Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen sechs Monate.

Die Höhe des zu erwartenden Teilarbeitslosengeldes bestimmt sich nach den allgemeinen Berechnungsregeln zum Arbeitslosengeld.

Achtung: Zugrunde gelegt wird abweichend hiervon jedoch nur der aufgrund der verlorenen Beschäftigung eingebüßte Einkommensanteil.

Detaillierte Informationen zur Berechnung des Arbeitslosengeldes finden Sie unter Arbeitslosengeld-Berechnung.

Erlöschen des Anspruchs auf Teilarbeitslosengeld

Der Anspruch auf Teilarbeitslosengeld erlischt beim Wegfall der Anspruchsvoraussetzungen, wenn die Voraussetzungen für einen Anspruch auf „klassisches“ Arbeitslosengeld vorliegen oder ein Jahr nach der Entstehung.

Wichtig: Der Anspruch auf Teilarbeitslosengeld erlischt auch dann, wenn Bezieher nach der Entstehung des Teilarbeitslosengeld-Anspruchs eine Beschäftigung, eine Tätigkeit als mithelfender Familienangehöriger oder eine selbstständige Tätigkeit für eine Dauer von mehr als zwei Wochen oder einer Arbeitszeit von mehr als fünf Stunden pro Woche aufnimmt (§ 162 Abs. 2 Nr. 5a SGB III).

Zuletzt aktualisiert: 13.09.2021