Aushilfsvertrag – Arbeitsvertrag Minijob

Der Aushilfsvertrag wird geschlossen, wenn eine nur kurzzeitige, jedenfalls vorübergehende Beschäftigung des Arbeitnehmers angestrebt wird. Charakteristisch ist daher immer der nur zeitweilige Bedarf an der Arbeitskraft des Arbeitnehmers. Der Regelfall ist deshalb das befristete Aushilfsarbeitsverhältnis. Mit einigen Abweichungen, die sich aus seiner Natur als nur kurzzeitiges Arbeitsverhältnis ergeben, unterliegt der Arbeitsvertrag für Aushilfen ansonsten den allgemeinen Regeln für Arbeitsverträge. Wir erläutern nachfolgend genauer die Besonderheiten.

Das Wichtigste in Kürze

Was bedeutet Aushilfe?

Eine Anstellung als Aushilfe bedeutet eine kurzzeitige Beschäftigung des Arbeitnehmers, meist basierend auf zeitweiligem Bedarf an Arbeitskraft. In der Regel wird die Aushilfstätigkeit in einem Aushilfsvertrag schriftlich vereinbart, da es sich oft um befristete Arbeitsverhältnisse handelt.

Welche Rechte habe ich als Aushilfe?

Für Aushilfen gelten dieselben Rechte, wie für Vollzeit-Angestellte. Dies umfasst Lohnfortzahlung, Urlaubsanspruch sowie gesetzlichen oder tarifvertraglichen Kündigungsschutz. Unterschiede gibt es hier nur sozialversicherungsrechtlich.

Muss ein Arbeitsvertrag Aushilfe immer in Schriftform sein?

Nein, es gilt auch eine formlose Vereinbarung. Verpflichtend ist die Schriftform nur, wenn es sich um ein befristetes Arbeitsverhältnis handelt.

Arbeitsvertrag Aushilfe: Formen

Die formlose Vereinbarung des Arbeitsvertrages für Aushilfen ist, wie bei jedem Arbeitsvertrag, grundsätzlich zulässig. Bei einer Befristung des Arbeitsverhältnisses muss aber die Schriftform gewahrt werden (§ 14 Absatz 4 TzBfG).

Sachlicher Grund für die Befristung nach § 14 Absatz 1 TzBfG

In der Praxis werden Befristungen für Aushilfsarbeitsverhältnisse im Regelfall auf § 14 Absatz 1 Satz 2 Nr. 1 und 3 TzBfG gestützt (sachlicher Grund für die Befristung), wenn arbeitgeberseitig zusätzlicher Personalbedarf für eine vorübergehende Zeitspanne besteht oder Vertretungskräfte benötigt werden.

Kündigung des Aushilfsvertrages

Beim Thema Kündbarkeit im Falle einer Befristung gilt § 15 Absatz 3 Teilzeit- und Befristungsgesetz. Dies besagt unter anderem, dass das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der vereinbarten Befristung automatisch endet, es sei denn die Beschäftigung wird mit Wissen des Arbeitgebers weiterhin fortgesetzt. Dies führt zu einer Verlängerung des Arbeitsverhältnisses auf unbestimmte Zeit.

Zudem kann das Arbeitsverhältnis nur ordentlich gekündigt werden, wenn der Arbeitsvertrag dies entsprechend berücksichtigt. Aus beiderseitigem Interesse sollte das Thema der ordentlichen Kündigung auf jeden Fall in den Arbeitsvertrag der Aushilfe aufgenommen werden.

Von zentraler Bedeutung ist bei Vereinbarung der ordentlichen Kündbarkeit im Arbeitsvertrag die Kündigungsvorschrift des § 622 Absatz 5 Satz Nr.1 BGB. Sie lässt in den ersten drei Monaten des Aushilfsarbeitsverhältnisses sogar eine fristlose ordentliche Kündigung des Arbeitnehmers zu.

Krankheit und Fälle persönlicher Verhinderung

Der Entgeltfortzahlungsanspruch ist gemäß § 3 Absatz 3 Entgeltfortzahlungsgesetz erst gegeben, wenn das Aushilfsarbeitsverhältnis mindestens vier Wochen ununterbrochen besteht. Der Anspruch aus § 616 BGB ist angesichts der regelmäßig nur vorübergehenden Dauer des Beschäftigungsverhältnisses durch arbeitsvertragliche Bestimmung abdingbar.

Arbeitsvertrag mit geringfügig Beschäftigten

Das Arbeitsverhältnis mit Aushilfen ist ein reguläres Arbeitsverhältnis, das sich vornehmlich sozialversicherungsrechtlich und weniger arbeitsrechtlich von den sonstigen Arbeitsvertragsverhältnissen unterscheidet.

Der geringfügig Beschäftigte bzw. die Aushilfe genießt deshalb die gleichen Rechte wie vollzeitig tätige Arbeitnehmer. Ihnen stehen die Ansprüche nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz und nach dem Bundesurlaubsgesetz ungeschmälert zu. Sie können sich insbesondere auf den gesetzlichen und tarifvertraglichen Kündigungsschutz berufen.

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