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Kurzarbeitergeld in der Steuererklärung

Anlage N Steuererklärung Elster Kurzarbeitergeld eingetragen Lohnersatzleistung

Zwar handelt es sich beim ausgezahlten Kurzarbeitergeld um eine für den Arbeitnehmer steuerfreie Lohnersatzleistung – wie beispielsweise auch das Arbeitslosengeld oder Krankengeld – unterliegt aber bei der Einkommensteuererklärung dem Progressionsvorbehalt und erhöht damit den persönlichen Steuersatz – mit der Folge, dass eine Steuernachzahlung droht.

Steuerliche Behandlung von Kurzarbeitergeld

Generell gilt, dass das Kurzarbeitergeld als Lohnersatzleistung aus der Arbeitslosenversicherung für den betroffenen Arbeitnehmer steuerfrei bleibt. Allerdings wird es durch den Fiskus zur Ermittlung des (höheren) Steuersatzes herangezogen, dem das übrige steuerpflichtige Einkommen unterworfen wird. In der Praxis wird dies als Progressionsvorbehalt bezeichnet, weshalb das KUG in der Einkommenssteuer-Erklärung in jedem Fall mit verpflichtend anzugeben ist. Da es vom Arbeitgeber ausgezahlt wird, wird es zudem auf der Lohnsteuerbescheinigung (Zeile 15) ausgewiesen und elektronisch an das Finanzamt übermittelt.

Kurzarbeit Schild vor einem geschlossenen Betrieb

Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise

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Steuernachzahlung droht

Der Progressionsvorbehalt kann dazu führen, dass Arbeitnehmer nach dem Bezug von Kurzarbeitergeld mit einer Steuernachzahlung rechnen müssen – obwohl die Lohnersatzleistung selbst steuerfrei ist!

Dazu: Progressionsvorbehalt sorgt für Steuernachzahlung

Wo Kurzarbeitergeld in der Steuererklärung eintragen?

Wer Kurzarbeitergeld bezogen hat, muss zwingend eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen. Hat man bisher keine Steuererklärung abgegeben, so muss diese dennoch abgegeben werden, wenn das Kurzarbeitergeld in Höhe von mehr als 410 Euro ausgezahlt wurde – die Gesamthöhe kann der vom Arbeitgeber erstellten Lohnsteuerbescheinigung entnommen werden.

Lohnersatzleistungen in Anlage N

Das bezogene Kurzarbeitergeld wird in der Anlage N unter den Lohnersatzleistungen in Zeile 28 (wie auch das Arbeitslosengeld, Insolvenzgeld, Elterngeld oder Mutterschaftsgeld) eingetragen. Wird die Steuererklärung mit Elster an die Finanzverwaltung übermittelt, sollte das Programm die Vorgaben automatisch übernehmen, wenn die Lohnsteuerbescheinigung in die Steuererklärung übernommen wird.

Hinweis: Auch bspw. Krankengeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt

Rechner zum Progressionsvorbehalt

Mit dem nachfolgenden Rechner können Sie die steuerliche Belastung aufgrund des Progressionsvorbehalts selbst ermitteln.

Beispielrechnung für den Progressionsvorbehalt

Die Berechnung dient nur der Veranschaulichung und die Zahlen entsprechen nicht der Realität)

  • Ehepaar
  • zu versteuerndes Einkommen ohne KUG: 42.000 Euro
  • Kurzarbeitergeld: 8.000 Euro

Einkommen 42.000 Euro + 8.000 Euro Kurzarbeitergeld

In der Tabelle wird zuerst mit einem zu versteuernden Einkommen von 42.000 Euro gerechnet und der Steuersatz ermittelt. Zu diesem 42.000 Euro werden anschließend die 8.000 Euro aus dem Kurzarbeitergeld hinzugerechnet und der neue, erhöhte Steuersatz ermittelt. Anschließend wird der höhere Steuersatz auf das zu versteuernde Einkommen von 42.000 Euro (Ohne KUG: 8.000 Euro) angewandt.

Einkommen und Steuer zu verst. Einkommen
42.000 € (ohne KUG)
zu verst. Einkommen
50.000 € (inklusive KUG)
Betrag in € in % Betrag in € in %
Einkommensteuer 5.222,00 12,43 7.428,00 14,86
Kirchensteuer 469,98 1,12 668,52 1,34
Solidaritätszuschlag 287,21 0,68 408,54 0,82
Gesamtbelastung 5.979,19 14,24 8.505,06‬ 17,01

Die steuerliche Belastung könnte dann mit dem erhöhten Steuersatz so aussehen:

Einkommen und Steuer zu verst. Einkommen
42.000 €
Mehrbelastung
Betrag in € in % Betrag in € in %
Einkommensteuer 7.144,20 17,01 1.922,20 4,58
Kirchensteuer 642,98 1,53 173,00 0,41
Solidaritätszuschlag 392,93 0,94 105,72 0,25
Gesamtbelastung 8.180,11 19,48 2.200,92 5,24

Durch diese Einkommenskonstellation führen 8.000 Euro Kurzarbeitergeld zu einer Steuernachzahlung von fast 2.201 Euro – im Endeffekt also statt 8.000 Euro nur noch 5.799 Euro Kurzarbeitergeld bzw. 27,5 Prozent weniger. Bei kleineren Einkommen sind die Steuernachzahlungen naturgemäß geringer und bei höheren Einkommen steigen sie entsprechend.

Einkommen 20.000 Euro + 5.000 Euro Kurzarbeitergeld

Bei einem zu versteuernden Einkommen von 20.000 Euro würde die steuerliche Belastung bei etwa 12% liegen, womit steuerliche Abgaben in Höhe von 2.400 Euro anfallen würden. Wird das Einkommen jetzt um 5.000 Euro steuerfreies Kurzarbeitergeld erhöht, beläuft sich der Steuersatz aufgrund des Progressionsvorbehaltes auf etwa 15%, was eine Abgabenlast auf die 20.000 Euro von 3.000 Euro ausmacht. Die 5.000 Euro Kurzarbeitergeld sorgen somit für eine steuerliche Mehrbelastung von 600 Euro im Jahr.

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