Krankengeld & Kurzarbeit – Kurzarbeitergeld

Die gesetzlichen Regelungen über Höhe und Berechnung des Krankengeldes während Kurzarbeit sind zweigleisig ausgestaltet. Sie betreffen zum einen die Arbeitsunfähigkeit während des Bezuges von Kurzarbeitergeld und zum anderen den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit vor der Kurzarbeit.

Inwiefern das Krankengeld bei Kurzarbeit beeinflusst wird und welche Auswirkungen die Faktoren auf die Höhe des Krankengeldes haben erklären wir hier genauer.

Das Wichtigste in Kürze

Wie wird Krankengeld bei Kurzarbeit berechnet?

Wenn die Arbeitsunfähigkeit vor der Kurzarbeit eintritt, wird das Krankengeld dem KUG entsprechend gezahlt. Bei Krankheit während der Kurzarbeit wird das Krankengeld anhand des vor der Kurzarbeit erhaltenen regelmäßigen Arbeitsentgeltes berechnet.

Was passiert, wenn ich vor der Kurzarbeit krank werde?

Bei Arbeitsunfähigkeit vor Kurzarbeit wird Krankengeld in Höhe des KUG ab Beginn der Kurzarbeit zusätzlich zu dem verminderten Entgelt gezahlt.

Wer zahlt Krankengeld bei Kurzarbeit?

Das Krankengeld wird bei Krankheitsbeginn vor der Kurzarbeit durch den Arbeitgeber gezahlt und von der zuständigen Krankenversicherung erstattet. Bei Krankheitsbeginn während der Kurzarbeit wird das Krankengeld direkt durch die Krankenkasse gezahlt.

Arbeitsunfähigkeit während der Kurzarbeit

Tritt während des Leistungsbezuges von KUG Arbeitsunfähigkeit ein, wird das Krankengeld nach dem regelmäßigen Arbeitsentgelt berechnet, das zuletzt vor dem Beginn des Arbeitsausfalls erzielt wurde (§ 47b Abs. 3 SGB V).

Maßgebliche Bemessungsgrundlage für das Krankengeld bei Kurzarbeit ist in diesen Fällen das Regelentgelt im Sinne des § 47 SGB V.

Das bedeutet: Es werden grundsätzlich 70% des vor Kurzarbeit regelmäßig bezogenen Bruttoeinkommens als Krankengeld gezahlt, maximal aber 90% des monatlichen Nettoeinkommens vor Eintritt der Kurzarbeit.

Das Gesetz erklärt den Zeitraum des Bezuges von Kurzarbeitergeld für unerheblich für die Berechnung, da es unbillig wäre, den Arbeitnehmer mit den finanziellen Folgen unverschuldeter Kurzarbeit zu belasten.

Weiterführende Informationen dazu erhalten Sie unter Arbeitsunfähigkeit während der Kurzarbeit.

Arbeitsunfähigkeit vor der Kurzarbeit

Wird der Arbeitnehmer arbeitsunfähig, bevor in seinem Betrieb die Voraussetzungen von Kurzarbeit erfüllt sind, erhält er – solange ihm ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (i. d. R. 6 Wochen nach § 3 EFZG) zusteht – neben dieser Entgeltfortzahlung als Arbeitsentgelt zusätzlich Krankengeld gezahlt.

Mehr zum Thema Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall unter Arbeitshinderungsgründe und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Krankengeld als finanzieller Ausgleich

Dabei wird als Krankengeld der Betrag an Kurzarbeitergeld gezahlt, den der Arbeitnehmer erhielte, wenn er nicht arbeitsunfähig wäre (§ 47b Abs. 4 S. 1 SGB V). Das zusätzlich gewährte Krankengeld sorgt für einen finanziellen Ausgleich der reduzierten Entgeltfortzahlung.

Nach der gesetzlichen Regelung ist im Falle von Kurzarbeit die verkürzte Arbeitszeit auch die für die Bemessung des Entgeltfortzahlungsanspruchs entscheidende Bezugsgröße (§ 4 Abs. 3 S.1 Entgeltfortzahlungsgesetz).

Detaillierte Informationen über die Höhe des regulär gezahlten Krankengeldes und welche Regelungen gelten finden Sie im Ratgeber zum Krankengeld.

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Zuletzt aktualisiert: 09.09.2021