Höhe und Berechnung des Krankengeldes bei Selbständigen

Hauptberuflich Selbständigen steht die Möglichkeit offen, die Krankenversicherung mit Krankengeldanspruch als gesetzliche Regelleistung abzuschließen oder das Krankengeld über den ermäßigten Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung auszuschließen.

Berechnung der Beitragshöhe

Gesetzliches Mindesteinkommen und allgemeiner Beitragssatz

Die Bezugsgröße der Sozialversicherung ist ausschlaggebend für die Ermittlung des gesetzliches Mindesteinkommens, auf dessen Basis der Beitrag errechnet wird. Die Bezugsgröße beträgt ab 01.01.2020 3.185 € West/ 3.010 € Ost (3.115 €/ 2.870 € in 2019). Hauptberuflich Selbständige müssen den Beitrag für 30/40 der Bezugsgröße – also einem Mindesteinkommen von 2.388,75 € in 2020 zahlen. (2.336,25 € für 2019). Bei freiwillig gesetzlich Versicherten beläuft sich das Mindesteinkommen lediglich auf 30/90 der Bezugsgröße.

Für die Option des gesetzlichen Krankengeldanspruchs in der freiwilligen Versicherung gilt ein allgemeiner Beitragssatz von 14,6%. Ohne Krankengeld-Anspruch müssten Selbständige nur den ermäßigten Beitragssatz von 14,0% entrichten. Wichtig, zu diesen Beitragssätzen können die Krankenkassen noch einen individuellen Zusatzbeitrag erheben.

Der Beitrag liegt beim gesetzlichen Mindesteinkommen für die gesetzliche Regelleistung also bei 

  • 348,76 Euro monatlich

Höhere Einkommen und allgemeiner Beitragssatz

Sind die Einnahmen des Selbständigen höher als das gesetzliche Mindesteinkommen, ist der Krankenversicherungsbeitrag unter Zugrundelegung des allgemeinen Beitragssatzes konkret zu berechnen. Zu den zu erfassenden Einnahmen zählen dabei sämtliche Einkünfte im Sinne des Steuerrechts. Die jährlich festzulegende Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung begrenzt den Beitrag nach oben – 4.687,50 € für 2020 (4.537,50 € in 2019).

Berechnung des Krankengeldes

Berechnung bis zur Beitragbemessungsgrenze

Die exakte rechnerische Ermittlung der Krankengeldhöhe folgt den dargestellten Regeln des § 47 SGB V.

Es gilt demzufolge auch in der freiwilligen Versicherung, dass das Krankengeld 70% des Bruttoarbeitsentgelts, nicht aber mehr als 90% des Nettoarbeitsentgelts beträgt.

Die Höhe des Krankengeldes für Selbständige richtet sich nach dem Betrag, der zuletzt vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit für die Beitragbemessung aus Arbeitseinkommen maßgeblich war.

Berücksichtigt wird dabei nur das aus der selbständigen Tätigkeit erzielte Einkommen, das in die Beitragsbemessung eingeflossen ist.

Dieses Einkommen ist dem jeweils letzten Einkommenssteuerbescheid zu entnehmen.

Berechnung über der Beitragsbemessungsgrenze

Bei freiwilliger Versicherung von Selbständigen über der Beitragsbemessungsgrenze wird nur das Entgelt bis zur Höhe der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt.

Darüber hinausgehende Einkommensanteile bleiben außer Betracht.

In 2020 gelten in der Kranken- und Pflegeversicherung folgende Beitragsbemessungsgrenzen

  •   56.250 Euro jährlich/ 4.687,50 Euro monatlich

Dementsprechend liegt das maximale Regelentgelt bei freiwilliger Versicherung bei 156,25 Euro (56.250 geteilt durch 360).

Das Krankengeld kann sich deshalb im Höchstfall auf 109,38 Euro belaufen (= 70% des Regelentgelts).

Krankengeld Rechner

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