Reaktionsmöglichkeiten des Arbeitnehmers

Will der von einer Verdachtskündigung betroffene Arbeitnehmer diese nicht gelten lassen, so kann er sie mit der Kündigungsschutzklage anfechten. Dabei ist strikt die dreiwöchige Frist des § 4 Satz 1 Kündigungsschutzgesetz zu beachten. Wird sie versäumt, gilt die Kündigung als von Anfang an rechtswirksam, § 7 Kündigungsschutzgesetz. Diese Fristenbestimmungen gelten für ordentliche und außerordentliche Verdachtskündigung gleichermaßen, § 13 Absatz 1 Satz 1 Kündigungsschutzgesetz.

Wiedereinstellungsanspruch und Abfindung

Ein Anspruch des Arbeitnehmers auf Wiedereinstellung kann infrage kommen, wenn sich später die Unschuld des Arbeitnehmers herausstellen sollte oder nachträglich Umstände bekannt werden, die den Verdacht beseitigen, aufgrund dessen dem Arbeitnehmer gekündigt wurde (BAG, Urteil v. 14.12.56, 1 AZR 29/55; BAG, Urteil v. 27.02.97, 2 AZR 160/96).

Ist der Arbeitnehmer voll rehabilitiert und die Wiedereinstellung unter Berücksichtigung der beiderseitigen Interessen zur Beseitigung des Unrechts geboten, sind dem Arbeitnehmer die gleichen Rechte wieder einzuräumen, die er vor der Kündigung hatte.

Liegt ein solcher Ausnahmefall vor, wird aufgrund der vorangegangenen Ereignisse in der Regel allerdings eher eine Abfindungsvereinbarung erwogen, die den Arbeitnehmer für den Verlust des Arbeitsplatzes materiell angemessen entschädigt.

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