Kurzarbeitergeld Berechnung

Die Höhe des Kurzarbeitergeldes bemisst sich am entfallenen pauschalierten Nettoarbeitsentgelt der Beschäftigten eines Unternehmens. Das pauschalierte Nettoarbeitsentgelt richtet sich nach der unten stehenden Tabelle und weicht vom tatsächlichen Nettoeinkommen ab.


Kurzarbeitergeld Rechner

Mit dem Kurzarbeitergeldrechner kann der Anspruch auf das Kurzarbeitergeld vorab errechnet werden. Um die Berechnung durchzuführen, müssen nur die wenigen Daten in den KUG Rechner eingetragen werden, die auch der eigenen Lohnabrechnung entnommen werden können. Die vorübergehenden Erleichterungen – höherer Leistungssatz ab dem 4. Monat – aufgrund der Corona Pandemie ist bereits im Rechner eingearbeitet.


Kurzarbeit Schild vor einem geschlossenen Betrieb

Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise

Zugang zu Kurzarbeit wurde in der Corona Pandemie erleichtert

Im Zeitraum vom 01.03.2020 bis 31.12.2020 wurden die Zugangsbestimmungen zur Kurzarbeit und die bisherigen Regelungen zum Kurzarbeitergeld vorübergehend gelockert. Teile dieser Sonderregelungen wurden vom Bundestag am 20.11.2020 verlängert, so dass diese bis zum 31.12.2021 gelten sollen. Jetzt weiterlesen…

Wer zahlt das Kurzarbeitergeld?

Beim Kurzarbeitergeld handelt es sich um eine sogenannte Entgeltersatzleistung aus der Arbeitslosenversicherung (wie auch das Arbeitslosengeld), welche zwar durch den Arbeitgeber an seine Beschäftigten ausgezahlt, durch die zuständige Agentur für Arbeit aber erstattet wird. Neben dem eigentlichen Entgeltausfall für den Arbeitnehmer, welcher durch die Zahlungen aus dem Kurzarbeitergeld (KUG) wenigstens teilweise ausgeglichen wird, erhalten die Unternehmen auch einen Teil der Sozialabgaben durch die Agentur für Arbeit zurückerstattet.

Maximale Bezugsdauer beim Kurzarbeitergeld

Nach § 104 SGB III gilt für die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld eine Obergrenze von höchstens zwölf Monaten, gerechnet ab dem ersten Kalendermonat, für den das Kurzarbeitergeld durch den Arbeitgeber ausgezahlt wurde.

Kurzarbeit auf 24 Monate aufgrund der Corona-Pandemie verlängert

In Zeiten der COVID19-Pandemie hat sich die Kurzarbeit als sehr gutes Instrument erwiesen, um Millionen von Beschäftigten sozial abzusichern. Aus diesem Grund wurde mit der Zweiten Verordnung über die Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld die Bezugsdauer auf bis zu 24 Monate ausgeweitet, längstens jedoch bis zum 31.12.2021. Diese Regelung gilt für Betriebe, die die Kurzarbeit bis zum 31.12.2020 in ihrem Unternehmen eingeführt haben.

Unterbrechungen um mindestens einen Monat

Sofern während der Bezugsdauer für einen zusammenhängenden Zeitraum von einem Monat Leistungen in Form von Kurzarbeitergeld nicht in Anspruch genommen werden müssen, verlängert sich die maximale Bezugsdauer entsprechend. Bleibt in Unternehmen der Griff zur Kurzarbeit dagegen über drei Monate aus und lebt die Anspruchsgrundlage danach erneut auf, beginnt die Bezugsdauer von Neuem.

Steuerliche Behandlung von Kurzarbeitergeld

Generell gilt, dass das Kurzarbeitergeld als Lohnersatzleistung für den betroffenen Arbeitnehmer steuerfrei bleibt. Allerdings wird es durch den Fiskus zur Ermittlung des Steuersatzes herangezogen, dem das übrige steuerpflichtige Einkommen unterworfen wird. In der Praxis wird dies als Progressionsvorbehalt bezeichnet, weshalb das KUG in der Einkommenssteuer-Erklärung in jedem Fall mit anzugeben ist. Sofern Arbeitnehmer bisher nicht zur Abgabe einer Steuerklärung verpflichtet waren, entsteht die Verpflichtung in dem Fall, dass für ein Kalenderjahr Leistungen aus dem Kurzarbeitergeld von mindestens 410,- EUR in Anspruch genommen wurden.

Beispielrechnung für den Progressionsvorbehalt beim Kurzarbeitergeld

Die Berechnung dient nur der Veranschaulichung und die Zahlen entsprechen nicht der Realität)

  • Ehepaar
  • zu versteuerndes Einkommen ohne KUG: 30.000 Euro
  • Kurzarbeitergeld: 10.000 Euro

In der Tabelle wird zuerst mit einem zu versteuernden Einkommen von 30.000 Euro gerechnet und der Steuersatz ermittelt. Zu diesem 30.000 Euro werden anschließend die 10.000 Euro aus dem Kurzarbeitergeld hunzugerechnet und der neue, erhöhte Steuersatz ermittelt. Anschließend wird der höhere Steuersatz auf das zu versteuernde Einkommen von 30.000 Euro (Ohne KUG: 10.000 Euro) angewandt.

Einkommen und Steuer zu verst. Einkommen
30.000 € (ohne KUG)
zu verst. Einkommen
40.000 € (inklusive KUG)
Betrag in € in % Betrag in € in %
Einkommensteuer 3.084,00 10,28 5.700,00 14,25
Kirchensteuer 277,56 0,93 513,00 1,28
Solidaritätszuschlag 169,62 0,57 313,50 0,78
Gesamtbelastung 3.531,18 11,78 6.526,50 16,31

 Die steuerliche Belastung könnte dann mit dem erhöhten Steuersatz so aussehen:

Einkommen und Steuer zu verst. Einkommen
30.000 €
Mehrbelastung
Betrag in € in % Betrag in € in %
Einkommensteuer 4.275,00 14,25 1.191,00 3,97
Kirchensteuer 384,00 1,28 106,44 0,35
Solidaritätszuschlag 234,00 0,78 67,38 0,21
Gesamtbelastung 4.893,00 16,31 1.364,82 4,53

KUG in der Sozialversicherung

Jeder versicherungspflichtige Arbeitnehmer muss in Deutschland Beiträge zur Sozialversicherung entrichtet. Im Rahmen der Kurzarbeit ergeben sich hier einige Veränderungen in der Lohntüte. Das Kurzarbeitergeld bleibt nicht nur steuer- sondern auch beitragsfrei in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung, weshalb die fälligen Beiträge zur Sozialversicherung nur aus dem Ist-Entgelt abgeführt werden müssen. Für die kurzarbeitenden Arbeitnehmer müssen grundsätzlich die Arbeitgeber die Sozialabgaben vollständig alleine tragen.

Mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und der Ersten Verordnung zur Änderung des KUG werden Arbeitgebern die Sozialversicherungsbeträge bis zum 30.06.2021 vollständig erstattet. Im Zeitraum 01.07.2021 bis zum 31.12.2021 werden die SV-Abgaben noch zu 50% erstattet, sofern bis zum 30.06.2021 die Kurzarbeit im Betrieb eingeführt wurde.

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Kurzarbeitergeld bei Altersteilzeit

Grundsätzlich sind Arbeitnehmer in Altersteilzeit in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis und haben damit Anspruch auf das Kurzarbeitergeld während der Kurzarbeit im Betrieb. 

Wird die Altersteilzeit im Blockmodell durchgeführt, bemisst sich das Sollentgelt für das Kurzarbeitergeld nach dem Arbeitsentgelt, welches der Arbeitnehmer in der Arbeitsphase beanspruchen kann, also nach dem sog. hälftigen Arbeitsentgelt.

Kurzarbeitergeld (KUG) Berechnung bei teilweiser Kurzarbeit

Neben der Möglichkeit, einen hundertprozentigen Entgeltausfall über die Ersatzleistung Kurzarbeitergeld wenigstens teilweise abzufangen, wird die Leistung auch dann gewährt, wenn nur Teile des Arbeitsentgeltes durch die Reduzierung der Arbeitszeit ausfallen.

In diesem Fall wird der Berechnung des Kurzarbeitergeldes der Differenzbetrag zwischen tatsächlich geleisteter Arbeit nach der Reduzierung und dem Nettoentgelt bei Regelarbeitszeit zugrunde gelegt.

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