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Kurzarbeitergeld im Vergleich zum Arbeitslosengeld

Kurzarbeit – für viele Arbeitnehmer eine Nachricht, die existenzielle Ängste auslöst. Schließlich setzen Betroffene Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit gleich. Ist dieses Vorgehen aber nicht etwas voreilig? Schließlich bestehen zwischen Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld fundamentale Unterschiede, obwohl es sich in beiden Fällen um Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung handelt.

Wirklich Klarheit bringt an dieser Stelle nur ein Vergleich zwischen KUG und ALG I.

Gemeinsamkeiten zwischen KUG und ALG

Bei näherer Betrachtung zwischen Kurzarbeiter- und Arbeitslosengeld fallen zwei signifikante Gemeinsamkeiten auf. Erstens gleicht sich bei beiden die Anwendung des Leistungssatzes. Ähnlich dem ALG wendet die Arbeitsagentur zur Berechnung der fälligen Leistungen den allgemeinen bzw. erhöhten Leistungssatz von 60/67 Prozent an. Weiterhin müssen Arbeitnehmer unter Umständen eine Sperrzeit in Kauf nehmen, sofern sie sich weigern, eine angebotene Beschäftigung ohne driftigen Grund anzunehmen. Damit erschöpft sich allerdings die Liste der Gemeinsamkeiten zwischen KUG und Arbeitslosengeld.

Unterschiede zwischen ALG und Kurzarbeitergeld

Betrachtet man KUG und ALG, fällt eine große Zahl an Unterschieden auf. So liegt die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes bei sechs Monaten, nach neuer Regelung bei 18 Monaten (kann sogar bis auf 24 Monate ausgedehnt werden) und wird für jeden Arbeitnehmer ausgezahlt. Arbeitslosengeld wird dagegen in Abhängigkeit von der Beschäftigungszeit (Anwartschaftszeit) und dem Alter der Bezugsberechtigten über einen unterschiedlich langen Zeitraum gewährt (maximal jedoch bis 24 Monate).

Zudem ist beim KUG nicht der Arbeitnehmer für den Antrag auf Kurzarbeitergeld verantwortlich, sondern das Unternehmen und damit der Arbeitgeber – was natürlich im krassen Gegensatz zum Arbeitslosengeld steht. Hier wird der Arbeitsuchende mit der Arbeitslosmeldung in die Pflicht genommen. Weitere Unterschiede ergeben sich auch bei der Bemessungsgrundlage zwischen ALG (die letzten 12 Monate der versicherungspflichtigen Beschäftigung) und Kurzarbeitergeld (Nettoentgeltdifferenz pro Kalendermonat).

Die wohl wichtigsten Unterschiede betreffen aber die Stellung des Arbeitnehmers für den Arbeitsmarkt. Während beim Arbeitslosengeld die Betroffenen keiner versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen und von den erworbenen Ansprüchen gegenüber der Arbeitslosenversicherung zehren, bauen Empfänger von Kurzarbeitergeld weiterhin ihre Versicherungsansprüche aus. Am Ende kann dies sogar zu einer deutlichen Verbesserung der Situation nach dem Ende der Kurzarbeit führen. Zusätzlich wird natürlich auch weiterhin die geleistete Arbeitszeit durch den Arbeitgeber im gewohnten Umfang vergütet.

Fazit

Im direkten Vergleich schneidet Kurzarbeitergeld gegenüber dem Arbeitslosengeld in jedem Fall besser ab, da finanzielle Einschnitte (solange die Arbeitszeit nicht zu 100 Prozent reduziert wird) hier weniger deutlich ausfallen und Betroffene auch weiterhin einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen. Vor diesem Hintergrund ist für den Arbeitnehmer der Griff zur Kurzarbeit immer noch das kleinere Übel – trotz finanzieller Einbußen.

Titelbild: Marcus Krauss/ shutterstock.com

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