Minijob – 450 Euro Job

Der 450 Euro Job ist eine Tätigkeit, deren regelmäßiges monatliches Einkommen die Grenze von 450 Euro nicht übersteigen darf. Damit ist dieser Minijob eine geringfügige Beschäftigung, die aufgrund der Höhe des Arbeitsentgelts als geringfügig angesehen wird. Die zweite Sparte einer geringfügigen Beschäftigung ist die „kurzfristige Beschäftigung“, die nicht aufgrund der Höhe des Entgelts, sondern der Dauer der Beschäftigung als geringfügig angesehen wird.

Minijob Rechner

Mit dem nachfolgenden Minijob Rechner können Sie sowohl das Einkommen (insbesondere wenn der Arbeitnehmer nicht von der Rentenversicherungspflicht befreit ist) als auch die Abgaben für den Arbeitgeber ausrechnen.

Abgaben für den 450-Euro-Job

Beim 450-Euro-Job handelt es sich für den Arbeitnehmer grundsätzlich um eine abgabenfreie Tätigkeit. Es werden also weder Beiträge zur Sozialversicherung noch Lohnsteuer einbehalten. Lediglich der Arbeitgeber muss Beiträge an die Bundesknappschaft in Essen (Minijob-Zentrale) abführen. Diese sind seit 01.01.2020 (im gewerblichen Bereich):

Abgabenartvom Bruttolohn
Pauschale zur Krankenversicherung
Wenn Arbeitnehmer entweder gar nicht krankenversichert ist oder der privaten Krankenversicherung angehört
13,00 %
Pauschale zur Rentenversicherung15,00 %
Beitragsanteil Minijobber bei Versicherungspflicht in der Rentenversicherung3,60 %
Umlage U1
Aufwendungen des Arbeitgebers bei Krankheit
0,9 %
Umlage U2
Aufwendungen des Arbeitgebers bei Schwangerschaft
0,19 %
Insolvenzgeldumlage (U3)
an die Minijob-Zentrale zu entrichten (vorher Berufsgenossenschaften)
0,06 %
Pauschale Lohnsteuer
Wenn Arbeitnehmer keine Lohnsteuerkarte vorlegt. Diese Pauschale beinhaltet bereits den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer.
2,00 %
maximale Gesamtbelastung des Arbeitgebers31,15 %

Für Pflegeversicherung sowie Arbeitslosenversicherung fallen keine Abgaben an. Den individuellen Beitrag der Unfallversicherung muss der Arbeitgeber direkt an den Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaft) zahlen.

Beispielrechnung für die Arbeitgeber Belastung beim 450 Euro Job

Der Arbeitnehmer hat ein monatliches Einkommen 450 Euro. Auf die Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers hat der Arbeitgeber verzichtet und versteuert damit 2% pauschal, womit sich folgende Arbeitgeber Belastung ergibt:

  BetragBelastung
Einkommen des Angestellten 450,00 Euro
Pauschale zur Krankenversicherung58,50 Euro 
Pauschale zur Rentenversicherung 67,50 Euro 
Umlage U1 4,05 Euro 
Umlage U2 0,86 Euro 
Insolvenzgeldumlage 0,27 Euro 
Pauschale Lohnsteuer 9,00 Euro 
Abgaben Gesamt 140,18 Euro 
Gesamtbelastung des Arbeitgebers  590,18 Euro

Hat sich der Minijobber nicht von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, so fallen weitere 3,60% Beitrag für die Rentenversicherung an, die vom Arbeitnehmer zu zahlen sind. In diesem Fall wäre das Nettogehalt nicht 450 Euro sondern 433,80 Euro.

Prüfung der 450 Euro Grenze beim Minijob

Bei der Prüfung der 450 Euro Grenze kommt es nicht darauf an, wie viel der Arbeitnehmer ausgezahlt bekommt, sondern viel mehr auf das Entgelt, auf welches der Arbeitnehmer tatsächlich einen Anspruch hat (sog. Entstehungsprinzip). Dies ist besonders dann relevant, wenn beispielsweise Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen vorliegen, die eine andere Vergütung als der abgeschlossene Arbeitsvertrag vorsehen.

Beispiel:
Der Arbeitnehmer arbeitet in einem Unternehmen für 9,50 Euro je Stunde, jeweils 8 Stunden die Woche. Auf seiner Abrechnung werden 36 Stunden vergütet, was einen monatlichen Betrag von 342 Euro ergibt. Im Tarifvertrag, der für diese Tätigkeit gilt, ist jedoch ein Stundenlohn von 12,80 Euro vorgesehen, wodurch der Arbeitnehmer zwar 342 Euro ausgezahlt bekommt, jedoch einen Anspruch auf 460,80 Euro hat. Wird nun die untertarifliche Vergütung (auch für die Vormonate) bei einer Betriebsprüfung festgestellt, so führt die Überschreitung der 400 Euro Grenze dazu, dass die geringfügig entlohnte Beschäftigung, auch rückwirkend, zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wird (bis 800 Euro: Entgelt in der Gleitzone).

Es wird also dringend empfohlen, den Arbeitsvertrag gründlich zu prüfen um auch festzustellen, ob andere Betriebsvereinbarungen, Tarifverträge etc. Anwendung finden und dazu führen könnten, dass eine geringfügig entlohnte Beschäftigung und die damit verbundene Versicherungsfreiheit nicht mehr gegeben ist.

Regelmäßiges Arbeitsentgelt beim Minijob

Ob die Grenze von 450 Euro eingehalten wird, hängt nicht vom einzelnen monatlichen Arbeitsentgelt sondern vom regelmäßigen Monatsentgelt ab, wobei die Höhe des Entgelts, auf das der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat (Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung etc.) nach dem Entstehungsprinzip maßgeblich ist.

Regelmäßig bedeutet in diesem Fall, dass das Einkommen des Minijobs im Jahresdurchschnitt (bei Teilzeiträumen anteilig) die 400 Euro Grenze nicht überschreiten darf.

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