Krankenversicherung im Minijob

Für den 450 Euro Job muss der Arbeitnehmer selbst keine Beiträge zur Krankenversicherung zahlen, da es sich um eine versicherungsfreie Beschäftigung in der Kranken- und Pflegeversicherung handelt. Der Arbeitgeber hingegen muss auf das Entgelt eine Pauschale von 13% (bei Beschäftigungen in Privathaushalten: 5%) entrichten. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der geringfügig Beschäftigte bereits in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist (z.B. Familienversicherung, Studentische Versicherung, Krankenversicherung über das Arbeitslosengeld, freiwillige Krankenversicherung etc.).

Gehört der Beschäftigte hingegen nicht der gesetzlichen Krankenversicherung an oder ist privat versichert, so entfällt auch die Abgabe des Arbeitgebers von 13% bzw. 5% in Privathaushalten.

Wichtig: Der Arbeitnehmer hat keine Ansprüche aus der Krankenversicherung der Bundesknappschaft (Minijobzentrale). Daher wird auch keine Pauschale erhoben, wenn der geringfügig Entlohnte nicht der gesetzlichen Krankenversicherung angehört.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Zwar haben die Minijobber keine Ansprüche aus der Krankenversicherung der Bundesknappschaft, können aber Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder bei Schwangerschaft begehren (§ 3 Entgeltfortzahlungsgesetz). Hierfür führt der Arbeitgeber die Umlagen U1 und U2 ab.

Der Anspruch beginnt erstmalig nach 4 Wochen (28 Tage) der Betriebszugehörigkeit. Im Krankheitsfall (bei derselben Krankheit) erhält der Arbeitnehmer Lohnfortzahlung für 6 Wochen (42 Tage) vom Arbeitgeber. Normalerweise würde ab dem 43. Tag die Krankenkasse mit Krankengeld eintreten, jedoch nicht bei Minijobbern, da wie bereits oben beschrieben, diese keine Ansprüche an Leistungen der Krankenkasse haben. Damit gehen Minijobber nach sechswöchiger Krankheit leer aus.

Beschäftigungsverbot und Mutterschaftsgeld

Im Falle eines Beschäftigungsverbotes infolge einer Schwangerschaft haben Minijobberinnen Anspruch auf Lohnfortzahlung, bis zum Eintreten der Mutterschutzfrist. Während der Mutterschutzfrist kann die Beschäftigte Mutterschaftsgeld erhalten. Dies wird aber im Vergleich zu sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern nicht von der Krankenkasse sondern auf Antrag vom Bundesversicherungsamt gezahlt (§ 13 Abs. 2 MuSchG). Es beträgt kalendertäglich höchstens 13 Euro und ist auf insgesamt 210 Euro begrenzt. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Differenz zwischen dem Mutterschaftsgeld und dem bisherigen, durchschnittlichen Arbeitsentgelt auszugleichen (Zuschuss zum Mutterschaftsgeld nach § 14 MuSchG).