Arbeitslosengeld Auszahlung

Sind alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt und wurde Arbeitslosengeld beantragt, stellt sich die Frage nach dem Zeitpunkt der regelmäßigen Arbeitslosengeld Auszahlung. Wann das Arbeitslosengeld monatlich ausgezahlt wird, welche Möglichkeiten der Auszahlung es gibt und welche Bedingungen daran geknüpft sind erklären wir nachfolgend genauer.

Das Wichtigste in Kürze

Wann überweist die Arbeitsagentur das Geld?

Die Auszahlung des Arbeitslosengeldes erfolgt rückwirkend zum Ende des laufenden Monats. Das Arbeitslosengeld für Juni ist spätestens am 01. Juli auf dem Konto.

Kann ich mir Arbeitslosengeld auch bar auszahlen lassen?

Ja. Um das Arbeitslosengeld bar ausgezahlt zu bekommen muss eine Zahlungsanweisung zur Verrechnung bei der Postbank vorgelegt werden. Diese ist gegen Gebühr bei der Bundesagentur für Arbeit erhältlich. Die Barauszahlung kostet ebenfalls Gebühren, die sich nach der Höhe des ausgezahlten Betrages richten.

Kann man das Arbeitslosengeld pfänden?

Ja, bei einer Pfändung wird das Arbeitslosengeld wie ein Arbeitseinkommen gewertet. Der Pfändungsfreibetrag darf aber nicht überschritten werden.

Arbeitslosengeld Auszahlungstermine

Das Arbeitslosengeld wird in der Regel für den vergangenen Monat zur Zahlung gebracht, sodass der Leistungsbezieher am ersten Werktag des Folge-Monats das Geld auf dem Konto hat.

Beispiel: Wurde für Januar 2021 ALG 1 bezogen, hat der Leistungsbezieher allerspätestens am 01. Februar 2021 Zugriff auf das Arbeitslosengeld für Januar.

Mit der Auszahlung des Arbeitslosengeldes ist also immer rückwirkend am 1. (oder bei Sonn- und Feiertagen dem nachfolgenden Werktag) eines Monats zu rechnen. Verzögert sich die Zahlung oder bleibt sie ganz aus, sollte sich an einen Ansprechpartner in der zuständigen Agentur für Arbeit gewandt werden.

Beginnt der Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht zu Anfang eines Monats, sondern mitten im Monat, weil bspw. eine Kündigungsfrist bis zum 15. vorliegt, wird die Auszahlung zum Ende des Monats vorgenommen. Die Höhe des Arbeitslosengeldes muss dabei anteilig berechnet werden.

Beispiel: Der Leistungsbezieher ist bis zum 15. Juni beschäftigt und danach als arbeitsuchend gemeldet. Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht in diesem Monat für 15 Tage vom 16. bis 30. Juni. Das anteilig errechnete Arbeitslosengeld ist spätestens am 01. Juli auf dem Konto.

Die Dauer der Zahlung ist grundsätzlich auf maximal 12 Monate festgesetzt. Dies kann je nach Erfüllung der Anwartschaftszeiten, Alter des Leistungsbeziehers oder Dauer der vorangegangenen versicherungspflichtigen Beschäftigung variieren. Lesen Sie mehr dazu unter Arbeitslosengeld – Dauer des Anspruchs.

Wichtig: Ist der Leistungsbezieher von einer Sperrzeit betroffen, bspw. weil er die Arbeitslosigkeit selbst herbeigeführt hat, steht ihm für diese Zeit (bis zu 12 Wochen) kein Arbeitslosengeld zu. Mehr dazu unter Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld.

Vorschuss möglich

Ein Vorschuss des Arbeitslosengeldes kann beantragt werden, wenn generell zwar Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht, die genaue Höhe aber noch nicht ermittelt wurde oder der Anspruch auf Arbeitslosengeld noch nicht abschließend festgestellt wurde, weil bspw. noch Unterlagen wie Gehaltsabrechnungen oder die Arbeitsbescheinigung des ehemaligen Arbeitgebers fehlen.

Achtung: Wurde zu viel Arbeitslosengeld als Vorschuss ausgezahlt, muss die Differenz zurückgezahlt werden.

Voraussetzungen für die Arbeitslosengeld Auszahlung

Um die Zahlung des ALG 1 empfangen zu können, muss der Leistungsbezieher zumindest Mitinhaber des zur Überweisung angedachten Girokontos sein. Dabei sollte es sich um ein deutsches Konto handeln. Die Überweisung ist bei Erfüllung dieser Voraussetzung mit keinen weiteren Kosten verbunden.

Nicht ausgezahlt werden Leistungen mit einer Höhe von weniger als 10,00 Euro. Diese Kleinbeträge werden bis zur Überschreitung dieser Grenze gesammelt und anschließend zur Auszahlung gebracht.

Erfahren Sie mehr zu den allgemeinen Voraussetzungen für den Bezug von Arbeitslosengeld unter Arbeitslosengeld Anspruch.

Pfändung von Arbeitslosengeld

Kommt es zu einer Pfändung ist es wichtig zu wissen, ob auch das bezogene ALG davon betroffen sein kann.

Hinweis: Da das Arbeitslosengeld bei einer Pfändung wie Arbeitseinkommen angesehen wird, ist es also grundsätzlich pfändbar – jedoch nur die Beträge, die den Pfändungsfreibetrag von 1.252,64 € übersteigen. Dieser Wert gilt seit dem 01.07.2021, zuvor lag der Freibetrag bei 1.178,59 €.

Ist der Gepfändete unterhaltspflichtig, führt dies zu einer Erhöhung des Pfändungsfreibetrages. Der Freibetrag erhöht sich um 471,44 € für eine Person, für die der Gepfändete zu Unterhalt verpflichtet ist. Ab der zweiten unterhaltsberechtigten Person (bis maximal 5 Personen) erhöht sich der Freibetrag um weitere 262,65 € je unterhaltsberechtigter Person.

Die aktuelle Pfändungstabelle mit Gültigkeit vom 01.07.2021 bis 30.06.2023 finden Sie auf der Seite hartziv.org unter Pfändungstabelle 2021 bis 2023 nach § 850 ZPO.

Von Pfändungen Betroffene haben die Möglichkeit ein Pfändungsschutzkonto (sog. P-Konto) bei einer Bank zu eröffnen. Dabei wird ein gänzlich neues Konto als P-Konto eröffnet oder ein bereits bestehendes Girokonto kostenlos in ein P-Konto umgewandelt.

Damit wird der Freibetrag von 1.252,64 € auf diesem Konto geschützt, sodass keine Pfändung dieses Betrages erfolgen kann. Der zu schützende Betrag erhöht sich entsprechend der Freibetragserhöhung, wenn es um Unterhaltszahlungen geht.

Weitere Informationen zum P-Konto bietet die Seite hartziv.org unter Pfändungsschutzkonto.

Arbeitslosengeld: Auszahlung als Zahlungsanweisung zur Verrechnung

Verfügt der Leistungsbezieher nicht über ein geeignetes deutsches Girokonto, kann die Auszahlung der Arbeitslosengeld-Leistungen auch als Zahlungsanweisung zur Verrechnung auf ein anderes Konto erfolgen.

Hinweis: Für diese Art der Auszahlung bringt die Bundesagentur für Arbeit eine pauschale Gebühr in Höhe von 2,10 € auf die zu gewährenden Leistungen in Abzug.

Diese Zahlungsanweisung kann der Leistungsempfänger dann bei Banken und Sparkassen auf ein im jeweiligen Hause geführtes Konto zur Gutschrift bringen.

Auch Barauszahlung möglich

Eine Barauszahlung der Leistungen ist durch die Vorlage des Zahlungsanweisung zur Verrechnung bei  der Postbank sowie den Auszahlungsstellen der Deutschen Post AG möglich. Hierfür fallen jedoch weitere Gebühren an, deren Höhe sich nach dem Auszahlungsbetrag richtet.

Gebühren für Barauszahlungen der Zahlungsanweisung zur Verrechnung

Betrag der Barauszahlunganfallende Gebühr
bis 50,00 Euro3,50 Euro
50,00 bis 250,00 Euro4,00 Euro
250,00 bis 500,00 Euro5,00 Euro
500,00 bis 1.000,00 Euro6,00 Euro
1.000,00 bis 1.500,00 Euro7,50 Euro

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Zuletzt aktualisiert: 12.07.2021