Auszahlung Arbeitslosengeld

Ist der Bezug von ALG geregelt, stellt sich die Frage nach der Auszahlung des Arbeitslosengeldes. Wann und in welcher Form findet die Auszahlung statt? Welche Möglichkeiten gibt es und welche Bedingungen sind daran geknüpft? Wir erklären genauer.

Das Wichtigste in Kürze

Wann ist Arbeitslosengeld 1 auf dem Konto?

Grundsätzlich erfolgt die Auszahlung der Arbeitslosengeld-Leistungen monatlich für den abgelaufenen Monat per Überweisung auf ein deutsches Girokonto.

Kann ich mir Arbeitslosengeld auch bar auszahlen lassen?

Ja. Um das Arbeitslosengeld bar ausgezahlt zu bekommen muss eine Zahlungsanweisung zur Verrechnung bei der Postbank vorgelegt werden. Diese ist gegen Gebühr bei der Bundesagentur für Arbeit erhältlich. Die Barauszahlung kostet ebenfalls Gebühren, die sich nach der Höhe des ausgezahlten Betrages richten.

Kann man das Arbeitslosengeld pfänden?

Ja, bei einer Pfändung wird das Arbeitslosengeld wie ein Arbeitseinkommen gewertet. Der Pfändungsfreibetrag darf aber nicht überschritten werden.

Auszahlung ALG 1: Wann findet sie statt?

Um die Zahlung des ALG 1 empfangen zu können, muss der Leistungsbezieher zumindest Mitinhaber des zur Überweisung angedachten Girokontos sein. Dabei sollte es sich um ein deutsches Konto handeln. Die Arbeitslosengeld-Leistung sollte in der Regel so zur Zahlung gebracht werden, dass der Leistungsbezieher am ersten Werktag eines Monats Zugriff auf den Betrag hat.

Nicht ausgezahlt werden Leistungen mit einer Höhe von weniger als 10,00 Euro. Diese werden bis zur Überschreitung dieser Grenze gesammelt und anschließend zur Auszahlung gebracht.

Pfändung von Arbeitslosengeld

Kommt es zu einer Pfändung ist es wichtig zu wissen, ob auch das bezogene ALG davon betroffen sein kann. Da das Arbeitslosengeld bei einer Pfändung wie Arbeitseinkommen angesehen wird, ist es also grundsätzlich pfändbar – jedoch nur Beträge, die den Pfändungsfreibetrag von 1.178,59 € übersteigen – dieser Freibetrag gilt vom 01.07.2019 bis 30.06.2021.

Ist der Gepfändete unterhaltspflichtig, führt dies zu einer Erhöhung des Pfändungsfreibetrages. Der Freibetrag erhöht sich um 443,57 € für eine Person, für die der Gepfändete zu Unterhalt verpflichtet ist. Ab der zweiten unterhaltsberechtigten Person (bis maximal 5 Personen) erhöht sich der Freibetrag um weitere 247,12 € je unterhaltsberechtigter Person.

Von Pfändungen Betroffene haben die Möglichkeit ein Pfändungsschutzkonto (sog. P-Konto) bei einer Bank zu eröffnen. Dabei wird ein gänzlich neues Konto als P-Konto eröffnet oder ein bestehendes Girokonto kostenlos in ein P-Konto umgewandelt. Damit wird der Freibetrag von 1.178,59 € auf diesem Konto geschützt, sodass keine Pfändung dieses Betrages erfolgen kann. Der zu schützende Betrag erhöht sich entsprechend der Freibetragserhöhung, wenn es um Unterhaltszahlungen geht.

Arbeitslosengeld: Auszahlung als Zahlungsanweisung zur Verrechnung

Verfügt der Leistungsbezieher nicht über ein geeignetes deutsches Girokonto, kann die Auszahlung der Arbeitslosengeld-Leistungen auch als Zahlungsanweisung zur Verrechnung auf ein anderes Konto erfolgen. Für diese Art der Auszahlung bringt die Bundesagentur für Arbeit eine pauschale Gebühr in Höhe von 2,10 € auf die zu gewährenden Leistungen in Abzug.

Diese Zahlungsanweisung kann der Leistungsempfänger dann bei Banken und Sparkassen auf ein im jeweiligen Hause geführtes Konto zur Gutschrift bringen.

Eine Barauszahlung der Leistungen ist durch die Vorlage des Zahlungsanweisung zur Verrechnung bei  der Postbank sowie den Auszahlungsstellen der Deutschen Post AG möglich. Hierfür fallen jedoch weitere Gebühren an, deren Höhe sich nach dem Auszahlungsbetrag richtet.

Gebühren für Barauszahlungen der Zahlungsanweisung zur Verrechnung

Betrag der Barauszahlunganfallende Gebühr
bis 50,00 Euro3,50 Euro
50,00 bis 250,00 Euro4,00 Euro
250,00 bis 500,00 Euro5,00 Euro
500,00 bis 1.000,00 Euro6,00 Euro
1.000,00 bis 1.500,00 Euro7,50 Euro