Vergütung und Lohn im Arbeitsvertrag

Die Punkte Gehalt und Lohn müssen im Arbeitsvertrag behandelt werden, § 2 Nachweisgesetz.
Die Lohnklausel im Arbeitsvertrag betrifft den Grundlohn. Das ist das übliche Arbeitsentgelt in Abgrenzung zu den Zuschlägen, die neben dem Grundlohn geleistet werden können (dazu unter Lohnzuschläge).

Das Wichtigste in Kürze

Welches Gehalt steht im Arbeitsvertrag?

Im Arbeitsvertrag angegeben wird im Regelfall das Bruttogehalt.

Was machen wenn kein Lohn gezahlt wird?

Nach § 611 BGB ist der Arbeitgeber verpflichtet den vereinbarten Lohn zu zahlen. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, kann der Arbeitnehmer die Arbeit verweigern.

Wie lange darf ein Arbeitgeber keinen Lohn zahlen?

Der Arbeitgeber ist verpflichtet das vereinbarte Gehalt bis spätestens zum vertraglich vereinbarten Tag zu zahlen. Beim Monatsgehalt muss spätestens am ersten Tag des Folgemonats gezahlt werden.

§ 611 BGB verpflichtet den Arbeitgeber zur Zahlung des vereinbarten Lohnes. Die Höhe des geschuldeten Lohnes kann sich aus einer kollektivvertraglichen Einigung ergeben. Es entspricht vielfacher Branchenpraxis, auf überbetrieblicher Ebene die Löhne und Gehälter per Tarifvertrag für die Dauer eines bestimmten Zeitraumes verbindlich festzulegen. Die im Einzelarbeitsvertrag enthaltene Lohnklausel nimmt dann die tarifvertraglich geregelte Höhe des Grundlohnes und seine jeweilige Berechnung in Bezug.

Vergütung und Lohn: Betriebsvereinbarung

In Ausnahmefällen kann die Bestimmung im Rahmen einer Betriebsvereinbarung getroffen werden, wenngleich hier wiederum der Tarifvorbehalt Berücksichtigung verlangt. Eine solche Betriebsvereinbarung betrifft oft die in manchen Unternehmen geleistete Prämienvergütung für Arbeitnehmer. Dabei wird Prämienlohn bei solcher Arbeit gewährt, bei der durch Betriebsvereinbarung zuvor ein ganz bestimmter Erfolg festgelegt wird, der beispielsweise die Produktqualität oder die Materialeinsparung im Herstellungsprozess betreffen kann. Die Höhe des Prämienlohnes richtet sich dann nach der erbrachten Leistung des Arbeitnehmers und den von ihm erzielten Arbeitsergebnissen.

Vergütung ohne Lohnvereinbarung

Fehlt es an kollektivvertraglichen Vereinbarungen, und ist auch auf Grundlage der arbeitsvertraglichen Lohnklausel keine genaue Bezifferung möglich, gilt das Reserverecht des BGB. Der Arbeitgeber schuldet dann die Zahlung des branchenüblichen Lohnes, § 612 Absatz 2 BGB.

Arbeitgeber zahlt vereinbarten Lohn nicht – was tun?

Kommt der Arbeitgeber seiner Verpflichtung (§ 611 BGB) nicht nach, das vertraglich vereinbarte Gehalt an den Arbeitnehmer zu zahlen, hat der Arbeitnehmer mehrere Handlungsmöglichkeiten. Er kann seinen Arbeitgeber mündlich oder schriftlich auf das Versäumnis hinweisen und bei weiterem Ausbleiben der Gehaltszahlung ab einem Zeitraum von mehr als zwei Monaten die Arbeit verweigern. Ist auch diese Maßnahme erfolglos, sollte der Arbeitnehmer zur Klage greifen.

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